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Chronik

 

 
     

Mehr einkaufen, als man für sich selbst benötigt: Was sonst schnell als maßlos gilt, war am Freitag erwünscht. Mit der Aktion "Eins mehr" hat die Mündener Tafel zum zweiten Mal dazu aufgerufen, zugunsten derer, die darauf angewiesen sind, beim Einkauf ein wenig mehr in den eigenen Wagen zulegen.

Vor insgesamt sechs Supermärkten positionierten sich Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer der Mündener Tafel (Rewe und Aldi, Quedlinburgerstraße, Nahkauf am Wittenborn, Edeka, Wiershäuser Weg, Aldi, Göttinger Straße, Hit-Markt, Auefeld) und nutzen die Gunst der Stunde: "Weil morgen Feiertag ist, gehen heute natürlich besonders viele Menschen einkaufen", berichtet Thomas Söhlingen-Krone.


Positive Resonanz

Der Geschäftsführer der Sozialstation Hann. Münden ist zum ersten Mal bei der Aktion dabei und überrascht von den positiven Reaktionen: "Einige sind sogar extra deswegen gekommen", erzählt er. Zusammen mit Anja Lück, Leiterin vom Familienunterstützenden Dienst des Deutschen Roten Kreuzes in Hann. Münden, steht er vor dem Hit-Markt und bemüht sich darum, so viele Einkaufswagen wie nur möglich mit möglichst lang haltbaren Waren zu füllen. Fast die Hälfte der Einkäufer würden etwas abgeben, schätzt Söhlingen-Krone.

Zu den Spendern gehört auch Jörgen Flentje aus Gimte. "Ich finde es selbstverständlich, den Leuten, die viel weniger haben als ich, etwas abzugeben", sagt der Rentner. Zuviel Elend habe er im Laufe seines Lebens schon zu Gesicht bekommen. Inge Schmidt, die ebenfalls großzügig gespendet hat, sieht das ähnlich: "So viele Menschen in Hann. Münden leben unter dem Existenzminimum, da ist es einfach notwendig, dass die, denen es so gut geht, etwas abgeben."

Gleich einen ganzen Einkaufswagen voller Lebensmittel spendet ein Mann, der namentlich nicht genannt werden möchte, am Edekamarkt im Wiershäuser Weg: "Ich habe eine Zeitlang auf der Straße gelebt und weiß, was es bedeutet Hunger zu haben."

Weil er nun seit neun Jahren Arbeit habe, sagt er, sei es selbstverständlich etwas abzugeben. "Das ist etwas ganz besonders", freut sich Hans-Ulrich Leonhardt, der im Wiershäuser Weg gemeinsam mit Elke Unckenbold ehrenamtlich für die Tafel sammelt.

"Leider sind nicht alle Menschen so großzügig," sagt Unckenbold. Dennoch sind beide zuversichtlich, dass sie noch einige Kisten mit Lebensmitteln vollpacken können, die bei vielen Menschen große Sorgen ein bisschen kleiner werden lassen.

Von Belinda Helm